Der Dienst


Blockadehaltung
August 4, 2012, 11:48 vormittags
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Es kommt vor, dass (ja, auch im öffentlichen Dienst!) Projektarbeit durchgeführt wird. Leider haben nicht alle verstanden, dass es dabei um Teamarbeit geht und nicht etwa darum, das Projekt möglichst lange zu verzögern, überraschende Wendungen herbeizuführen oder gar das Projekt zum Scheitern zu bringen. Wir sind ja schließlich nicht bei irgendeiner Reality-TV-Show, in der die Kandidaten immer mal wieder überrascht werden müssen.

Nun ja. Projektarbeit ist vielleicht irgendwie doch wie eine Reality-TV-Show. Es gibt nämlich Kollegen, die heben sich die wirklich wichtigen Informationen bis ganz zum Schluss auf, um eine überraschende Wendung herbeizuführen. Stellt euch vor, ihr seid Mitglied in einem Projektteam, das sich darum kümmern soll, neue Telefone zu beschaffen. Der Leasingvertrag für die alten Telefone ist fristgerecht gekündigt, also werden ab dem 01.01.2013 neue Telefone benötigt. Soweit logisch.

Und jetzt: Trommelwirbel – die überraschende Wendung! Nun kommt ein Kollege auf die Idee, dass er ja schon vor einem Jahr mal darauf hingewiesen hat, dass die Telefone vorher noch überprüft werden müssen. Und bevor das nicht passiert ist, kann er die Ausschreibung nicht unterzeichnen. Die Überprüfung kann aber frühestens im November passieren. Daher keine Unterschrift auf der Ausschreibung = keine Ausschreibung zum aktuellen Zeitpunkt = Zeitverzögerung = gar keine Telefone ab 01.01.2013. Tadaa!*

Das Perfide dabei: auf dem Papier ist sein Einwand völlig richtig. Vielleicht hat er auch vor einem Jahr schon mal drauf hingewiesen, dass die Telefone überprüft werden müssen (so weit bin ich dann nicht im Thema drin). Aber das taucht nirgedwo schriftlich auf, und niemand aus der Projektgruppe kann sich daran erinnern. Jetzt liegt die Schlud beim Projektleiter, denn der ist ja dafür verantwortlich, dass alle ihre Aufgaben fristgerecht erledigen. Ich hätte es nett gefunden, wenn besagter Kollege dann doch mal a) schriftlich und/oder b) noch mal darauf hingewiesen hätte, damit das Projekt an sich läuft.

Aber merke: es geht nicht ums Projekt. Hauptsache, man zeigt, dass jemand Anderes (in diesem Fall der Projektleiter) eigentlich total schlechte Arbeit macht. Denn nur man selbst macht gute Arbeit. Und überhaupt, alles, was andere machen, kann man ja eigentlich viel besser und schneller und überhaupt.

*Ok, es gibt ja die Notlösung, dass man irgendwie den Leasingvertrag doch noch mal um 2 bis 3 Monate verlängert. Ist so aber eigentlich nicht vorgesehen.



Willkommen
Juli 20, 2012, 2:42 nachmittags
Einsortiert unter: Privates, Willkommen | Tags:

Hallo an die, die sich auf dieses Blog verirrt haben.

Nachdem ich schon länger regelmäßige Blogleserin bin (eine Blogroll werde ich noch erstellen) und mir gleichzeitig bei der Arbeit manchmal denke “mensch, wenn das jemand mitbekäme…”, habe ich mir irgendwann gedacht, dass letzteres doch ideal dazu geeignet ist, es in einem Blog zu verarbeiten.

Ich arbeite im öffentlichen Dienst, an einer Einrichtung der Verwaltung in einer mittelgroßen deutschen Stadt, nennen wir sie Amtshausen. Meine Hauptmitstreiter sind mein Cheffe (mein Chef ist wirklich einer der Guten!), die Ober-Chefin, verschiedene Dezernenten, und meine Kollegen. Sofern es sich bei ihnen um meine Abteilungs-Kollegen handelt, gehören sie auch zu den Guten. Bei den anderen bin ich mir nicht sicher… Im Zweifelsfall heißt es sowieso “wir gegen alle”, oder “alle gegen uns”, je nachdem.

Also, herzlich willkommen zu diesem Blog, ich hoffe, ich kann die Arbeit im Haus, das Verrückte macht (frei nach Asterix), ein bisschen beleuchten und – wer weiß – vielleicht sogar das eine oder andere Vorurteil bestätigen beilegen.




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